Anwender stellen sich vor

Monatlich erfahren Sie hier, wie Anwender durch Telemedizin geholfen werden kann.

Anwenderbeispiel – Bundeseinheitlicher Medikationsplan:

Karl-Heinz Schober ist 78 Jahre alt. Wie eine große Anzahl seiner Altersgenossen ist er aufgrund seiner gesundheitlichen Probleme dazu gezwungen, viele verschiedene Medikamente einzunehmen. Nun hat er kürzlich in den Medien gehört, dass es ab dem 01. Oktober 2016 einen sogenannten bundeseinheitlichen Medikationsplan geben soll. Da Karl-Heinz ohnehin einen Routinetermin bei seinem Hausarzt hat, nimmt er dies zum Anlass und fragt Dr. Meier, was es damit eigentlich genau auf sich hat. Dr. Meier, der sich immer gerne Zeit nimmt, seinen Patienten Rede und Antwort zu stehen, informiert Karl-Heinz darüber, was der Medikationsplan für einen Hintergrund hat:

Medikationsplan Beispiel:
Anwenderbeispiel

Quelle: Bundesärztekammer http://www.bundesaerztekammer.de/aerzte/telematiktelemedizin/medikationsplaene/

„Wissen Sie Herr Schober, dieser neue bundeseinheitliche Medikationsplan ist nach meiner Sicht eine sehr gute Sache. Wie Sie ja bestimmt wissen, können verschiedene Medikamente bzw. deren Wirkstoffe mit anderen interagieren. Dies führt zum Teil zu unerwünschten Nebenwirkungen, die im schlimmsten Fall sogar zum Tod führen können.

Das in Deutschland wahrscheinlich bekannteste Beispiel für diese Problematik ist der sogenannte Lipobay-Skandal. Durch diesen Cholesterin-Senker kam es aufgrund von Wechselwirkungen weltweit zu ca. 50 Todesfällen, wodurch das Medikament vom Markt genommen werden musste. Seither ist die deutsche Regierung bzw. das Bundesgesundheitsministerium darum bemüht, das Thema Arzneimitteltherapiesicherheit voranzutreiben, um mögliche Wechselwirkungen frühzeitig zu erkennen und somit unerwünschte Interaktionen zu vermeiden. Eine der Strategien ist eben dieser bundeseinheitliche Medikationsplan.“

„Scheint mir bisher alles recht logisch zu sein Herr Doktor, aber was habe ich jetzt konkret von diesem Medikationsplan bzw. wie soll das ganze funktionieren?“

„Auch das erkläre ich Ihnen gerne, Herr Schober. Damit alle Ärzte, bei denen Sie in Behandlung sind, die im Rahmen Ihrer Behandlung zu verordnenden Medikamente aufeinander abstimmen und so gefährliche Wechselwirkungen vermeiden können, ist eine Gesamtübersicht der von Ihnen eingenommenen Arzneimittel unerlässlich. Der Medikationsplan stellt nun quasi einen einheitlichen Informationsträger dar, damit Sie selbst und alle am Behandlungsprozess beteiligten Ärzte den notwendigen Überblick behalten. Konkret ist der Medikationsplan derzeit noch ein papiergebundenes persönliches Verzeichnis Ihrer Arzneimittel. Sobald die technische Infrastruktur dafür geschaffen ist, wird der Medikationsplan aber auch in digitaler Form Anwendung finden. Seit dem 01. Oktober ist es nun so, dass Sie als Patient ein gesetzliches Anrecht darauf haben, dass Ihnen der Medikationsplan ausgestellt wird, sobald Sie drei oder mehr verschiedene Medikamente gleichzeitig nehmen. Die Erstausstellung des Plans übernimmt in der Regel der Hausarzt, in Ihrem Fall also ich. Neben der Information, um welches Medikament es sich jeweils handelt, werden im Plan Hinweise zur Dosierung sowie der Grund der Verordnung vermerkt. Der ausgestellte Medikationsplan wird Ihnen anschließend ausgedruckt und mitgegeben. Wenn Sie daraufhin zu einem anderen Arzt gehen oder sich in der Apotheke nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel kaufen, sollten Sie den Plan immer zur Prüfung und Aktualisierung dabei haben. Auf dem Plan selbst ist ein sogenannter QR Code aufgedruckt, über welchen man mittels eines Barcodescanners die hinterlegten Inhalte digital öffnen und aktualisieren kann. Nach der vorgenommenen Aktualisierung wird Ihnen der Medikationsplan einfach mit den neuen Informationen ausgedruckt und mitgegeben. Die Gesamtüberwachung der Arzneimitteltherapie liegt allerdings bei Ihrem Hausarzt oder bei dem Arzt, der den überwiegenden Teil Ihrer Therapie koordiniert.“

„Ja prima, das hört sich ja sehr gut an. Dann möchte ich auf jeden Fall auch einen solchen Plan von Ihnen bekommen!“

Bei weiteren Fragen steht Ihnen das Team der Bayerischen Telemedallianz sehr gerne zur Verfügung.