Artikelreihe „Telemedizin und eHealth“


Artikel 5: Parkinson

Rainer ist 65 Jahre alt und leidet an Parkinson. Diese Krankheit ist auch unter dem Namen Schüttel- oder Zitterlähmung bekannt. Allein in Deutschland sind mehr als 250.000 Menschen betroffen und jährlich kommen rund 20.000 Neuerkrankungen hinzu. Zu den typischen Symptomen von Parkinson zählen Zittern, Steifheit sowie eine verlangsamte Bewegung.

Patientenbeispiel
Quelle: Fotolia

Rainers Erkrankung befindet sich bereits in einem fortgeschrittenen Stadium. Aufgrund der plötzlich auftretenden Bewegungsschwankungen traut er sich nur noch aus dem Haus, wenn es unbedingt sein muss. Auf Phasen mit deutlicher Unterbeweglichkeit folgen solche mit überschießenden Bewegungen. Dies ist auch für Rainers Tochter besonders beeinträchtigend, seit sie sich nach dem Tod von Rainers Frau alleine um das Wohlergehen ihres Vaters kümmert. Während dieses Krankheitsstadiums stehen Arztbesuche für Rainer an der Tagesordnung, da eine ganzheitliche Betreuung verknüpft mit einer durchgängigen Medikamentengabe für ihn essentiell ist. Dennoch können auch regelmäßige ambulante Arztbesuche nicht allen Problematiken Abhilfe schaffen. Dies liegt vor allem daran, dass sich Bewegungsschwankungen innerhalb kürzester Zeit ändern können und deren Form meistens nicht vorhersehbar ist. Ein Arzt, dem Rainer nur wenige Minuten im Behandlungszimmer gegenüber sitzt, hat folglich kaum eine Chance, die richtigen Schlüsse zu ziehen.
Aufgrund einer schlechten medikamentösen Einstellung musste Rainer vor einigen Monaten sogar für eine Woche stationär aufgenommen werden. Doch selbst dies löst die medizinische Problematik nur teilweise, denn Bewegungsschwankungen können über die Entlassung hinaus andauern oder zuhause erneut in einer anderen Form auftreten.

An dieser Stelle kann Telemedizin helfen. Vor Kurzem wurde Rainers Tochter auf einer Netzwerkveranstaltung für Angehörige von Menschen mit Parkinson auf ein mobiles Messgerät in Stift-Form aufmerksam. Dieser sogenannte Tremipen® wurde speziell für Betroffene mit Zitter-Erkrankungen entworfen. Er ist einfach zu bedienen und muss zur Messung der Tremor-Stärke einfach locker für 30 Sekunden in der Hand gehalten werden.

Patientenbeispiel
Quelle: Tremitas

Rainer ist nun stolzer Besitzer eines solchen Tremipens®. Egal ob von zuhause oder unterwegs führt er mehrmals täglich eine Messung durch. Auf diese Weise erhält er Werte, die seinen Krankheitsverlauf objektiv darstellen. Die ermittelten Messwerte werden aufgezeichnet und in einem digitalen Tagebuch – abrufbar über eine eigens für diesen Zweck entwickelte Smartphone-App bzw. über die dazugehörende Webanwendung - gespeichert. Dadurch können er selbst, seine Tochter sowie sein behandelnder Arzt die Krankheit besser im Blick haben und schneller auf Änderungen reagieren. Als Resultat können daraufhin die Therapie und Medikation jederzeit effizient angepasst werden. Außerdem lernt Rainer seine Erkrankung und die unmittelbaren Einflussfaktoren auf diese Weise besser zu verstehen, so der Erfinder des Tremipens®: „Emotionen wie Stress, Wut oder Angst verstärken das Zittern. Bewegung hingegen, wie z.B. Spazierengehen oder Schwimmen, wirkt sich positiv aus. Was einem persönlich den Alltag verbessert, ist jedoch individuell zu betrachten. Mit Tremipen kann jeder selbst, durch das Auslesen der Messwerte, kontrollieren, was ihm wann gut tut.“
Weitere Informationen über den Tremipen® können unter: https://tremitas.com/tremipen abgerufen werden.


Bei weiteren Fragen steht Ihnen das Team der Bayerischen Telemedallianz sehr gerne zur Verfügung.