Für Ärzte
Fallkonferenzen im moVe-it Projekt
Die interdisziplinären Fallkonferenzen sind ein zentrales Element des Versorgungsprogramms moVe-it. Sie ermöglichen eine strukturierte, digitale und sektorenübergreifende Zusammenarbeit aller an der Behandlung beteiligten Leistungserbringenden.
Ziel ist es, für jeden Patienten eine individuell abgestimmte, leitliniengerechte Therapie zu entwickeln und die Versorgung nachhaltig zu verbessern.

Was sind Fallkonferenzen?
Im Rahmen von moVe-it finden drei digitale Fallkonferenzen pro Patient statt. Daran beteiligt sind in der Regel:
- Hausärzte
- Neurologen
- Physiotherapeuten
- optional Klinikärzten (z. B. als Back-up)
Gemeinsam bewerten die Beteiligten den aktuellen Gesundheitszustand des Patienten und entwickeln auf dieser Basis konkrete Therapieempfehlungen.
Ablauf der Fallkonferenzen
Die Fallkonferenzen sind klar strukturiert und effizient organisiert:
1. Vorbereitung (asynchron)
- Alle Beteiligten füllen vorab ein digitales Formular aus
- Erfassung von Befunden, Therapieverlauf und Einschätzung der aktuellen Situation
- Zusammenführung der Informationen über eine zentrale Plattform (REDCap)
2. Durchführung (digital)
- Dauer: ca. 20 Minuten pro Patient
- Durchführung per Videokonferenz (KBV-zertifizierte Plattform)
- Moderation durch den moVe-it-medical-Manager
3. Nachbereitung
- Dokumentation der Ergebnisse
- Bereitstellung eines Fallkonferenzprotokolls für alle Beteiligten
- Ableitung konkreter Therapieempfehlungen
Zeitpunkte der Fallkonferenzen
Die drei Fallkonferenzen finden zu definierten Zeitpunkten im Behandlungsverlauf statt:
- 1. Fallkonferenz: ca. 4 Wochen nach Einschreibung
- 2. Fallkonferenz: ca. 12 Wochen nach Einschreibung
- 3. Fallkonferenz: ca. 24 Wochen nach Einschreibung
Der gesamte Interventionszeitraum beträgt in der Regel
8 Monate.
Inhalte und Zielsetzung
Im Mittelpunkt der Fallkonferenzen stehen:
- Bewertung des aktuellen Versorgungsstatus
- Abstimmung zwischen den beteiligten Fachrichtungen
- Entwicklung individueller Therapieempfehlungen
- Orientierung an der S2k-Leitlinie zur Spastikbehandlung
- Optimierung von Maßnahmen wie z. B.
- Botulinumtoxin-Therapie (BoNT-A)
- Physiotherapie
Rolle des moVe-it-medical-Managers (mmM)
Der moVe-it-medical-Manager (mmM) koordiniert den gesamten Ablauf im Projekt und unterstützt eine strukturierte, patientenorientierte Versorgung.
Nach der Einschreibung führt der mmM ein telefonisches Gespräch mit dem Patienten, holt gezielt Patienteninformationen ein und erfasst die aktuelle Versorgungssituation, individuelle Bedürfnisse sowie mögliche Herausforderungen im Alltag. Diese Informationen werden für die Fallkonferenz eingeholt, strukturiert aufbereitet und inhaltlich beurteilt, damit neben den medizinischen Befunden auch die Patientenperspektive in die Therapieplanung einfließt.
Darüber hinaus organisiert und moderiert der mmM die digitalen Fallkonferenzen, bündelt die Rückmeldungen der beteiligten Behandler und dokumentiert die gemeinsam erarbeiteten Therapieempfehlungen.
Vorteil:
Der mmM erleichtert die interdisziplinäre Zusammenarbeit, schafft klare Abläufe und unterstützt eine leitliniengerechte, individuell abgestimmte Versorgung.
Vorteile für Ärztinnen und Ärzte
Die Teilnahme an Fallkonferenzen bietet zahlreiche Vorteile:
- Interdisziplinärer Austausch mit allen Beteiligten
- Leitliniengerechte Therapieentscheidungen
- Verbesserte Patientensteuerung und Versorgungskontinuität
- Digitale, zeitsparende Zusammenarbeit
- Transparente Dokumentation und klare Therapieempfehlungen
Vergütung
Die Teilnahme an Fallkonferenzen wird im Rahmen des Selektivvertrags vergütet:
- Vorbereitung (digitales Formular): ca. 15 Minuten
- Teilnahme an der Fallkonferenz: ca. 20 Minuten
Mehrfache Durchführung pro Patient möglich (bis zu 3 Konferenzen)
Fazit
Die Fallkonferenzen im moVe-it Projekt schaffen eine strukturierte, digitale und interprofessionelle Zusammenarbeit, die zu einer besseren, individuell abgestimmten Versorgung von Patienten mit Spastik beiträgt.


